Arbeitsmarkt-Report 2017

23 Jun

Die Arbeitslosigkeit ist so gering wie seit der Wiedervereinigung nicht. In vielen Berufen können Jobsuchende aus vielen Angeboten wählen. Die meisten Jobs sind aktuell im Bereich Verkaufsberatung/Vertrieb, IT sowie Gesundheit/Pflege zu vergeben. So das Ergebnis des 10. DEKRA Arbeitsmarkt-Reports, der jährlich den deutschen Stellenmarkt analysiert. Der Report basiert auf 13.941 Stellenangeboten.

Kfz-Mechatroniker neu unter den Top-Ten

Fast drei von zehn Vakanzen der Stichprobe entfallen auf die Top-Ten-Berufe. Wirtschaftswissenschaftler befinden sich erstmals an vorderster Position. Kandidaten mit diesem Studienabschluss gehören seit 2011 zu den am häufigsten gesuchten Fachkräften. Ganz neu im Ranking sind Kraftfahrzeugmechatroniker: Seit 2014 steigt die Nachfrage nach den Profis für mechanische und elektronische Bauteile in Fahrzeugen.

Drei Berufe befinden sich seit Erhebungsbeginn ganz vorne im Ranking: Gesundheits- und Krankenpfleger, Kundenberater sowie Elektroingenieure. Auch Software-Entwickler und Call-Center-Agents waren in neun der zehn Jahre hier zu finden. „Die langjährige Betrachtung zeigt: Bei einem guten Teil der momentan akut gesuchten Fachkräfte zeichneten sich die Engpässe bereits vor zehn Jahren ab“, kommentiert Jörg Mannsperger, Geschäftsführer der DEKRA Akademie, das Ergebnis.

IT-Stellenmarkt wächst weiter

Der Arbeitsmarkt ist stabil. Dennoch gibt es in manchen Tätigkeitsbereichen der sieben Berufsfelder wie Entwicklung, Büro und Service kurzfristige Schwankungen oder aber Anzeichen für längerfristige Trends im Fachkräftebedarf. Am nachhaltigsten ist die Entwicklung des Bedarfs in den IT-Berufen: Ihr relativer Anteil am Berufsfeld Entwicklung steigt tendenziell seit Erhebungsbeginn. Auf die Gesamtstichprobe bezogen haben IT-Berufe erstmals die Zehn-Prozent-Hürde genommen. Unternehmen suchen am dringendsten Software-Entwickler, gefolgt von Wirtschaftsinformatikern.

Ingenieure und Naturwissenschaftler, die ebenfalls zum Berufsfeld Entwicklung gehören, sind im Vergleich der Tätigkeitsfelder hingegen zurückgefallen. Vor allem für Maschinenbau- und Elektroingenieure wurden weniger Jobangebote gezählt. Über etwas mehr Auswahl können sich hingegen Wirtschaftsingenieure, Architekten und Bauingenieure sowie Mathematiker freuen. „Unter Umständen machen sich in den klassischen Ingenieurdisziplinen die steigenden Absolventenzahlen bemerkbar. Darüber hinaus versuchen Arbeitgeber, Nachwuchsingenieure bereits im Studium an sich zu binden“, erklärt Jörg Mannsperger. „Der Bedarf an IT-Experten ist ungebrochen und das dürfte mit Blick auf die aktuellen Trends im Zusammenhang mit der Digitalisierung auf absehbare Zeit auch so bleiben.“

Personaler gesucht

In der Sachbearbeitung sind Unternehmen auf fähige Mitarbeiter mit Spezialkenntnissen in unterschiedlichsten Bereichen angewiesen. Im Berufsfeld Büro entfallen fast drei Viertel aller Stellenangebote auf Sachbearbeiter unterschiedlicher Spezialisierung (72,7 %). Momentan benötigen Unternehmen vor allem Verstärkung für die Personalabteilung und schreiben besonders viele Stellenangebote für Personalfachkräfte und HR-Manager aus. Auch Controlling-Spezialisten sowie Speditionskaufleute sind derzeit gefragt wie nie.

Die Titelseite des aktuellen Arbeitsmarkt-Reports

Keine Entspannung im Gesundheitswesen

Die Fachkräftesituation im Bereich Gesundheit und Pflege bleibt weiter angespannt. Fast vier von zehn Stellenangeboten in diesem Bereich richten sich an Gesundheits- und Krankenpfleger. An zweiter Stelle liegen hier Offerten für Pflegehelfer (18,1 %). Dieser Beruf ist um einen weiteren Platz auf Rang 12 aller Berufe vorgerückt und liegt damit fünf Plätze vor Altenpflegern. Außerhalb der Pflegeberufe suchen Arbeitgeber im Gesundheitswesen vor allem Arzthelfer sowie Masseure bzw. Physiotherapeuten.

Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2017 kann kostenfrei per E-Mail unter service.akademie@dekra.com angefordert werden und steht als Blätterkatalog zur Verfügung .

One Response to “Arbeitsmarkt-Report 2017”

  1. Alex 23. Juni 2017 at 19:10 #

    Wirtschaftwissenschaften auf Platz 1? Wer hätte das je gedacht. Freut den WiWi natürlich.

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