Digitalkompetenz? Ja bitte!

17 Nov

Obwohl drei Viertel der Berufstätigen Digitalkompetenz als wichtig betrachten, sehen sich über zwei Drittel nicht optimal für eben diese digitale Arbeitswelt gewappnet. Auch deshalb, weil von Arbeitgeberseiten zu wenig in digitale Weiterbildung investiert wird. So das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom.

Sieben von zehn Beschäftigten (72 Prozent) beklagen, dass während der Arbeit kein Freiraum für eine Weiterbildung zum Umgang mit neuen, digitalen Technologien bleibt. Und oft auch nicht eingeräumt wird: Denn 59 Prozent sagen, dass ihr Arbeitgeber keine entsprechenden Weiterbildungen anbietet. 39 Prozent erklären, dass ihr Arbeitgeber zwar auf neue digitale Technologien setzt, ohne aber in die dafür erforderliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter zu investieren. Und das, obwohl auch Geschäftsführer und Personalentscheider in allen Branchen Digitalkompetenz als künftige Kernkompetenz sehen.

Neben der Motivation der Mitarbeiter spiele das Angebot an Weiterbildungen eine entscheidende Rolle, um die deutsche Wirtschaft fit für die digitale Zukunft zu machen. Dabei sei vor allem das Management gefordert,, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Es sei nicht damit getan, lebenslanges Lernen zu propagieren, man müsse es auch in den Betrieben umsetzen.

Digitalkompetenz wird zur Kernkompetenz

Schon heute sind Computer, Internet oder digitale Produktionsmaschinen aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Drei von vier Erwerbstätigen (77 Prozent) sind der Ansicht, dass Digitalkompetenz für ihren Arbeitsplatz künftig genauso wichtig sein wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. 92 Prozent sagen, dass lebenslanges Lernen im Zusammenhang mit Digitalisierung immer wichtiger wird. Fast genaus viele glauben, dass Weiterbildung zu Digitalthemen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhe bzw. Digitalkompetenz eine Voraussetzung für Erfolg im Beruf sei.

Überraschend groß ist die Bereitschaft, sich außerhalb des Jobs weiterzubilden. Drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) bilden sich privat weiter. Die populärsten Themen sind Ernährung/Kochen, Computer-Programme und Fremdsprachen. Dabei unterscheidet sich der Zeitaufwand sehr stark. Pro Woche sind 13 Prozent bereit, bis zu 30 Minuten zu investieren, 27 Prozent bis zu einer Stunde, 21 Prozent bis zu zwei Stunden, 13 Prozent sogar bis zu einen Tag und 2 Prozent mehrere Tage. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) ist nicht bereit, private Zeit in Weiterbildung zu investieren.

Bildung an Digitalisierung anpassen

Der Branchenverband Bitkom fordert eine Initiative von Politik und Wirtschaft, um lebenslanges und informelles Lernen zu stärken. In der beruflichen Weiterbildung sollten die Angebote kontinuierlich verbessert und an die sich wandelnden Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Die Vermittlung von Digitalkompetenz müsse zudem über die gesamte Bildungskette hinweg in den Vordergrund rücken.

Neben der Politik seien auch die Unternehmen gefordert, betont Bitkom-Präsident Achim Berg: „Bei der derzeit allgemein guten Auftragslage versäumen es viele Unternehmen, in das Geschäft und die Mitarbeiter von morgen zu investieren. In Zukunft braucht es vor allem sehr gut qualifizierte Fachkräfte – dafür müssen auch die Unternehmen sorgen.“

Die Ergebnisse der Umfrage finden sie hier

 

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