Equal Pay Day am 18. März 2018.

16 Mrz

Am 8. März 2018 war Weltfrauentag. Ein Tag, an dem in vielen Ländern Gleichberechtigung für Frauen im täglichen Leben gefordert wird – auch im Arbeitsleben, in dem Frauen gegenüber Männern oft noch benachteiligt werden. Daran erinnert der „Equal Pay Day“, der die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen anmahnt. Er fällt heuer in Deutschland auf den 18. März.

Der Equal Pay Day (auf Deutsch: „Gleiche Bezahlung-Tag“) markiert den Tag, bis zu dem Frauen rein statistisch arbeiten müssen, um den Verdienst der Männer aus dem Vorjahr zu erreichen. 2016 lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen bei 16,26 Euro, und damit um 21 Prozent niedriger als der von Männern (20,71 Euro). 21 Prozent von 365 Tagen sind 77 Tage, damit fällt das Datum des diesjährigen Equal Pay Days auf den 18. März 2018.

Es ist natürlich nur ein symbolischer Tag in der anhaltenden Diskussion um den „Gender Pay Gap“ (auf Deutsch etwa: „geschlechterspezifischer Lohnunterschied“). Dieser Begriff beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von angestellten Männern und Frauen. Die Berechnung erfolgt auf der Basis von 1,9 Millionen sozialversicherten Beschäftigten aus allen Branchen und Berufen. Die Beschäftigungsarten, die Branchen und Berufe bleiben dabei aber ebenso unberücksichtigt wie Ausbildung, Berufserfahrung oder Position.

Die Statistiker weisen deshalb explizit auch darauf hin, dass Frauen nicht generell weniger verdienen als Männer. Die wichtigsten Gründe für die Differenzen sind vielmehr die unterschiedlichen Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie individuelle Arbeitsbedingungen. Zudem sind Frauen häufiger als Männer in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt.

Allerdings kann rund ein Viertel des Verdienstunterschieds zwischen Frauen und Männern nicht durch branchen- bzw. berufsrelevante Merkmale erklärt werden. Die Statistiker berechnen deshalb auch einen bereinigten Gender Pay Gap, der die Realität deutlich besser wiederspiegelt. Danach verdienen Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde durchschnittlich immer noch 6 Prozent weniger als Männer.

Teilzeit = weniger Chancen?

Mit ein Grund ist die bei Frauen deutlich höhere Teilzeitquote, die eine berufliche Karriere – und damit ein höheres Einkommen deutlich erschwert. Zwar steigt die Beschäftigungsquote der Frauen kontinuierlich an, allerdings arbeiteten in Deutschland 45 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren Teilzeit, also weniger als 32 Wochenstunden. Als Hauptgrund nennt jede zweite (55 %) die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen bzw. andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen. Männer arbeiteten deutlich seltener in Teilzeit (9 %), und nur rund jeder Elfte davon tat dies aus familiären Gründen.

Das belegt auch eine Studie des Bürolieferant Viking, der wissen wollte, wo sich Frauen in der Arbeitswelt sehen und ob sie sich im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen anders oder gar ungerecht behandelt fühlen. Demnach sind mehr als die Hälfte der befragten Frauen (56,4 %) der Meinung, dass sich Kinder negativ auf ihre Karriere und ihr Einkommen auswirken. Und: 68 Prozent der Mütter sind nach dem Wiedereinstieg in den Beruf nur in Teilzeit beschäftigt.

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