Lebensqualität und Arbeit

7 Sep

Die Arbeit spielt im Leben der meisten Menschen nicht nur zur Sicherung des Lebensunterhalts eine zentrale Rolle. Ein guter Job ist deshalb für viele Menschen eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Lebensqualität. „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ heißt eine neue Broschüre des Statistischen Bundesamtes, in der qualitative Aspekte der Arbeit untersucht werden.

Am Arbeitsplatz wird oft mehr Zeit verbracht, als für Familie, Freunde und Freizeit zur Verfügung steht. Wie eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes belegt arbeiteten Vollzeiterwerbstätige im Jahr 2016 durchschnittlich 41 Stunden pro Woche, mehr als jeder zehnte (11 Prozent) davon sogar mehr als 48 Stunden pro Woche.

11 Prozent arbeiten über 48 Stunden

Überlange Arbeitszeiten haben auch etwas mit dem Alter zu tun. Nur 2 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren arbeiten gewöhnlich mehr als 48 Stunden wöchentlich. Im Alter von 55 bis 64 Jahren waren es dagegen 14 Prozent. Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in den höheren Altersgruppen zu finden sind.

Ebenso Alltag sind überlange Arbeitszeiten bei Selbstständigen: Gut die Hälfte (51 Prozent) arbeitete gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche. „Überlanges Arbeiten ist bei Führungskräften und vor allem Selbstständigen fast normal“, so Dr. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes.

Termindruck und Qualifikation steigen

Arbeiten unter hohem Arbeitstempo und Termindruck bestimmt häufig den Berufsalltag. Im Jahr 2015 waren 40 Prozent der Erwerbstätigen mindestens drei Viertel der Zeit einer hohen Arbeitsintensität ausgesetzt. Männer waren dabei mit 44 Prozent etwas stärker betroffen als Frauen mit 36 Prozent. Bei der Anlagen- und Maschinenbedienung (56 Prozent), bei Führungskräften (54 Prozent) sowie in Handwerksberufen (52 Prozent) war jeweils etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen belastet.

Destatis Broschüre Qualität der Arbeit

Immer mehr arbeiten in Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen. 1996 hatte der Anteil noch bei 37 Prozent gelegen, 2016 betrug er bereits 45 Prozent. Dabei arbeiten Frauen generell häufiger in Berufen, die eine hohe Qualifikation voraussetzen, als Männer. 2016 fanden sich 47 Prozent der erwerbstätigen Frauen in solchen Berufen – im Vergleich zu 42 Prozent bei den erwerbstätigen Männern. Der Unterschied ist auf den relativ hohen Frauenanteil beim Lehrerberuf oder auch bei Berufen der medizinischen und technischen Assistenz zurückzuführen.

Die Broschüre finden Sie hier (72 Seiten, pdf.

 

Noch keine Kommentare.

Hinterlasse eine Antwort