Mit MINT in die Sackgasse?

28 Jun

Frauen mit einer Ausbildung im so genannten MINT -Bereich landen beruflich oft in der Sackgasse. Warum sie vergleichsweise seltener Karriere machen oder sich selbständig machen, wollen die Uni Siegen und das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in einem gemeinsamen Projekt herausfinden.

Es gibt zahlreiche Kampagnen und Initiativen in Deutschland, um Schülerinnen für eine Ausbildung oder ein Studium im naturwissenschaftlich-technischen Bereich (MINT) zu motivieren. Wie sich junge Frauen mit MINT-Background später dann im Berufsleben schlagen, ist dagegen noch weitgehend unerforscht. Tendenziell scheinen MINT-Bereich Frauen eher auf niedrigen Positionen hängen zu bleiben. „Seltener machen sie den Sprung in die Führungsebene oder wagen es, sich selbstständig zu machen“, so Dr. Kerstin Ettl, Juniorprofessorin an der Universität Siegen. Im gerade gestarteten Forschungsprojekt „MINTdabei“ wollen Wissenschaftler der Universität und des IfM Bonn die Thematik näher unter die Lupe nehmen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Frauenkarriere im MINT-Bereich

Wir möchten uns ein möglichst umfassendes Bild machen“, erklärt Projekt-Koordinatorin Ettl. „Mit Berufseinsteigerinnen werden wir ebenso sprechen, wie mit Frauen, die schon länger im Job sind. Wir werden auch Frauen befragen, die sich im MINT-Bereich selbstständig gemacht haben.“ Auch regionale Unterschiede sollen in der Studie berücksichtigt werden. Die Interviews sollen Aufschluss über die Karrierewege der Frauen geben: Welche Hindernisse mussten sie überwinden? Durch welche Faktoren wurden berufliche Entscheidungen beeinflusst? Gab es Vorbilder, an denen sie sich orientiert haben?

Das IfM Bonn steuert eine quantitative Analyse bei. Die Bonner Forscher werten dazu vorhandene Daten zur Situation von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen aus – u.a. zu ihren Beschäftigungssituationen und Gehältern.

Ziel ist es, konkrete Lösungsansätze zur Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Frauen in MINT-Berufen zu entwickeln. „Im Zuge der Digitalisierung bieten sich auch für Frauen unendlich viele Karrierechancen“, so die Professorin. Allerdings müssten die Unternehmen dafür sensibilisiert werden, dass ihnen mit den ausgebildeten MINT-Frauen hochqualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.“

Infos zum Projekt finden Sie hier

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