Umschulung vom Arbeitsamt – Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

23 Mrz

sich weiterbildenDie Gründe für eine Umschulung sind sehr vielfältig. Oft können Personen aufgrund einer Erkrankung ihren ursprünglichen Beruf nicht weiterführen. Andere hingegen haben aufgrund ihres Berufes schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, so dass ein Wechsel in ein anderes Berufsfeld erfolgen muss. Die Umschulung kann vom Arbeitsamt unterstützt oder sogar gänzlich übernommen werden. Welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen, klärt der folgende Text. – Isabel Frankenberg

Eine Umschulung wird besonders häufig bei Arbeitslosen übernommen, um diese wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Durch die Umschulung soll ein neues Berufsfeld erschlossen werden, durch die sich die Chancen für den Arbeitslosen erhöhen. Dabei wird in der Regel auch auf die Stärken des Betroffenen eingegangen. Zudem ist es sinnvoll, die im vorherigen Beruf erlernten Tätigkeiten einzusetzen oder zu vertiefen. Ein weiterer Grund für eine Umschulung ist eine Erkrankung. Diese kann durch den vorherigen Beruf verursacht worden sein. Hat z.B. ein Bauarbeiter aufgrund seiner körperlichen Anstrengungen einen Bandscheibenvorfall, sollte eine Umschulung zu einer Tätigkeit mit weniger körperlicher Anstrengung  erfolgen. Erfüllt ein Arbeitnehmer die Voraussetzungen für eine Umschulung, erhält dieser einen sogenannten Bildungsschein. Dabei handelt es sich um eine Bescheinigung, die angibt, dass die berufliche Umschulung vom Amt übernommen wird.

Übernahme der Kosten – was ist abgedeckt?

Umschulungen, die vom Amt übernommen werden, sind meist schulische Ausbildungen. Diese nehmen in der Regel einen langen Zeitraum ein, wodurch auf Dauer viele Kosten entstehen. Diese werden durch den Bildungsschein abgedeckt. Verschiedene Leistungen sind dann innerhalb der Umschulungszeit inbegriffen. Eine dieser Leistungen sind die Lehrgangskosten. Erlernt eine Person einen neuen Beruf, findet dies meist in Form eines Lehrgangs, also durch ein schulisches Programm, statt. Die Kosten des Unterrichts können gänzlich vom Amt übernommen werden. Alternativ kann auch eine betriebliche Umschulung stattfinden. Ein Vorteil dabei sind die niedrigen Kosten. In der Regel erhalten Betroffene sogar eine Vergütung, da diese Form der Umschulung einer Berufsausbildung sehr nahe kommt und der Betroffene aktiv im Unternehmen tätig ist.

Weiterhin können Fahrtkosten entstehen. Diese werden ebenfalls vom Amt übernommen. Liegt der Arbeitsplatz in der Nähe des Wohnortes, wird in der Regel eine Monatskarte für den Umzuschulenden bezahlt. Schwieriger wird es jedoch, wenn die Umschulung einen Wohnortwechsel voraussetzt. In diesem Fall werden einmalig die Umzugskosten übernommen, inbegriffen ist auch die Heimfahrt. Ist ein Umzug keine Option, Pendeln aufgrund der großen Entfernung jedoch nicht möglich, kann eine Unterbringung in der Stadt des Lehrgangs finanziert werden. Dafür stehen dem Teilnehmer bis zu 340€ im Monat zur Verfügung. Hinzu kommen maximal 136€ monatlich für die Verpflegung.

Da eine Umschulung sehr zeitaufwändig ist, fallen oft Kinderbetreuungskosten an. Pro Kind stehen dem Berechtigten pro Monat 130€ zur Verfügung. Mit diesem Geld soll die Betreuung des Kindes bezahlt werden. Der Beitrag ist unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Doch nicht nur um die Betreuung des Kindes machen sich Teilnehmer einer Umschulung sorgen. Oft fürchten diese, ihren eigenen Lebensunterhalt nicht sicherstellen zu können. Daher wird das ALG II in dieser Zeit dem Regelsatz entsprechend ausgezahlt. Der Bezugszeitraum von Arbeitslosengeld ist generell beschränkt. Nimmt ein Hartz-IV-Empfänger eine Umschulung wahr, so wird die Zeit des Lehrgangs nur zur Hälfte von dem eigentlichen Bezugszeitraum abgezogen.

Was sonst noch zu beachten ist

Das Amt übernimmt den überwiegenden Teil der Umschulungskosten. Als Gegenleistung muss der Arbeitslose eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. In dieser sind vereinbarte Auflagen, oftmals auch eine solche Umschulung, festgelegt. Wer die Umschulung nicht wahrnimmt und damit gegen die Eingliederungsvereinbarung verstößt, muss mit sogenannten Hartz-IV-Sanktionen rechnen. Diese finden meist in Form von Leistungskürzungen statt. Bei einmaligem Vertragsbruch findet eine Leistungskürzung von 30% des Regelsatzes statt. Kommt es zu einem erneuten Vertragsbruch, können bis zu 60% der Leistungen einbehalten werden. Arbeitslose, die sich den Auflagen komplett verweigern, kann der Anspruch auf ALG II sogar vollständig genommen werden. Diese Sanktionen gelten dann für drei Monate.

Weitere Informationen zum Thema „Umschulung durch das Arbeitsamt“ finden Sie hier. Zusätzlich bietet das kostenlose Ratgeberportal www.hartz4hilfthartz4.de viele weitere Informationen und Ratgeber zu Themen, wie Hartz4-Finanzen, Hartz4- Leistungen oder Job und Bewerbung.

 

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