Was ein gutes Bewerbungsanschreiben ausmacht

19 Mrz

Ein gutes Bewerbungsanschreiben ist konkret, persönlich und individuell.

Das darf schon bei der Betreffzeile anfangen: „Höhentauglich, windfest und mit den Geheimnissen der Elektrotechnik vertraut: Ich bin Ihr Servicetechniker“ könnte für ein Anschreiben an Betreiber für Windkraftanlagen verwendet werden.

Die Betreffzeile ist die Überschrift der Bewerbung. Genau wie in einem Zeitungsartikel sollte sie zum Weiterlesen anregen.

Die nächste Hürde ist dann der erste Satz (nach der Grußformel, die sich natürlich an einen konkreten Ansprechpartner richtet). „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Mit großen Interesse habe ich gelesen“ führen die Bewerbung auf dem direkten Weg in den Schredder. In einem Lokal sagt man doch auch nicht „Ich bestelle jetzt“ oder „Ihre Speisekarte hat mein Interesse erregt.“ Die Streichung dieser nutzlosen Einstiege wertet die meisten Bewerbungen bereits auf.

Beispiele verdeutlichen und bleiben in Erinnerung

Flexibel, teamfähig und belastbar sind wahrscheinlich alle Menschen – irgendwie und irgendwo. Leider sind dies sehr beliebte Floskeln in Stellenausschreibungen. Sie befinden sich meistens unter „Profil“ und animieren zum Nachbeten. Eine Orientierung an den Aufgabengebieten trifft aber eher den Suchfokus des Arbeitgebers, denn dafür sucht er ja.

Eine gute Bewerbung arbeitet sich daran ab – und zwar mit Beispielen: „Ich liebe Technik und computergesteuerte Maschinen. Ich kann einen Rechner vollständig zerlegen und wieder zusammenbauen.“ Die Methode des Storytellings brennt beim Leser plastische Bilder ins Hirn und hinterlässt im wahrsten Sinne des Wortes Eindrücke. Durch Formulierungen wie „Ich liebe“ kommt eine persönliche Note hinzu. Wer etwas gerne macht, lernt leichter und ist besser. Hier findet man einen Bewerber, der seinen eigenen Antrieb schon mitbringt.

Ein Anschreiben ist kein Bettelbrief

Und in keinem Fall haben unnötige Rechtfertigungen in einer Bewerbung etwas verloren. Man wirbt mit dem, was man hat, nicht mit dem, was einem bald fehlt. Drohende Arbeitslosigkeit als Bewerbungsgrund gibt dem Anschreiben den Beigeschmack eines Bettelbriefs. Im Restaurant sagt man ja auch nicht: „Weil mein Kühlschrank leer ist, komme ich heute zu Ihnen.“

 

Zum Autor: Günter Flott, Jahrgang 1968, (Diplom-Politologe) arbeitet seit zehn Jahren als Karriereberater. Seinen Klienten hilft er, ihre eigenen Fertigkeiten und Kenntnisse besser zu präsentieren bzw. einen Weg auf dem Arbeitsmarkt zur idealen Entfaltung zu finden.

 

One Response to “Was ein gutes Bewerbungsanschreiben ausmacht”

  1. Ayna 7. Januar 2017 at 23:51 #

    Vielen dank, die Informationen sind ziemlich nützlich.

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