Artikelserie Teil1: Wissensmanagement in der Führungsetage – durch Entscheidungen Innovationen fördern

23 Feb

FührungViele kleine und große Unternehmen sind auf Innovationen angewiesen, um sich effizient zu entwickeln. Doch Raum für Innovationen zu schaffen ist in vielen veralteten Unternehmens-Organisationsformen nicht einfach. Denn die Führung bestimmt in den meisten Fällen über die Innovationsmöglichkeiten und muss für die richtigen Gegebenheiten vor Ort sorgen. Um jedoch Ideen, Ansätze und Innovationen richtig einordnen und fördern zu können, bedarf es eines gezielten Wissensmanagements im Unternehmen und in der gesamten Führungsetage. Nur so können neue Informationen eingebracht, bewertet und umgesetzt werden.

Wissensmanagement: Eine Definition

Der Bereich Wissensmanagement umfasst eine Reihe von Bereichen, die in jedem Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind. Wissen muss hierbei klar von der reinen Information unterschieden werden. Informationen lassen sich speichern, einkaufen, verkaufen und verwalten. Sollen Informationen jedoch in Wissen verwandelt werden, so müssen Sie auf Basis des eigenen Wissens rezipiert und angenommen werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen explizitem und implizitem Wissen. Während explizites Wissen sich leicht vermitteln lässt und auf Basis von Wörtern, Zahlen oder Formeln erklärbar ist, muss das implizite Wissen von der Persönlichkeit erfasst werden. Es ist ein Wissen, welches sich kaum oder nur sehr schwer vermitteln lässt, aber die Innovation deutlich vorantreibt. Die Summe aus explizitem und implizitem Wissen basiert vor allem auf dem eigenen Erfahrungsschatz und wird als aktionsorientiertes Wissen beschrieben. Dieses Wissen vermittelt die Fähigkeit zur Innovation und zum Fällen von Entscheidungen auf Basis des eigenen Wissens.

Entscheidungen als Teil eines erfolgreichen Wissensmanagements

Wenn ein Unternehmen Innovationen fördern möchte, so muss diese Entscheidung in der Unternehmensführung getroffen werden. Denn den eigenen Mitarbeitern muss ausreichend Raum eingeräumt werden, um sich mit dem Wissen im Unternehmen zu beschäftigen, sich miteinander darüber auszutauschen und somit neue Wissensverknüpfungen zu schaffen. Hier spielen vor allem die Entscheidungen der Führungskräfte eine erhebliche Rolle. Denn Entscheidungen für oder gegen bestimmte Handlungen fließen in das Wissen der Mitarbeiter und in die implizierte Unternehmenskultur mit ein. Aus diesem Grund sollten viele Entschlüsse und Entscheidungen den Mitarbeitern in einem freien Wissensmanagement erklärbar gemacht werden. Dies mag für viele Führungskräfte ungewohnt erscheinen, die eigenen Entscheidungskriterien offenlegen zu müssen, dient jedoch der Mitarbeiterführung auf mehreren Ebenen. Darüber hinaus können die eigenen Gründe für oder gegen bestimmte Projekte nochmals hinterfragt werden, was die Mitarbeiterführung nochmals deutlich konstruktiver werden lässt.

In der Wertentwicklung, dem Marktanteil und der Performance schlagen Unternehmen wie 3M, Huawei oder auch Apple einen Wachstumskurs ein, der ziemlich beeindruckend ist. Und nur von sehr wenigen Unternehmen der gleichen Branche erreicht wird. Als Gründe dafür werden ein günstiges Klima für Innovation und Produktneuheiten sowie das Wissensmanagement genannt. Welches die ansonsten brachliegenden Einzelteile des Wissens abteilungsübergreifend zur Verfügung stellt. Damit können „Wissensfetzen“ in ganz neue Zusammenhänge gebracht werden. Auch langjährige Beobachter fragen sich: Wie kann sich ein Unternehmen so aufstellen, dass Innovation nicht nur aus Zufällen entsteht, sondern gefördert wird.

Wissensmanagement und Daten schürfen: Zwei Seiten der gleichen Medaille?

Das Wissensmanagement ist meist bis heute kein integraler Bestandteil der Unternehmensorganisation und findet sich bei den meisten Unternehmen weder als Abteilungsbezeichnung noch in Stellenbeschreibungen wider. Stattdessen sind die meisten Unternehmen immer noch nach Produkten oder Fertigungsstufen organisiert. Wissen über Innovationen, die Verwendung neuer und besserer Rohstoffe oder Zulieferteile oder über neue Anwendungsmöglichkeiten fällt in einzelnen Labors oder auch bei einzelnen Personen an. Und findet sich in Projektberichten, Rezept- oder Ingredienzenbüchern oder in Zahlenform in den Unterlagen des Controlling wieder.

Wissensmanagement – also das Verwalten, Teilen und Arbeiten mit Wissen – ist das Bestreben diesen bisher chaotischen Prozess in geordnete Bahnen zu lenken. In Wirtschaftslexika und Veröffentlichungen ist sogar die Behauptung zu finden, dass in Zukunft Wissen oder auch Daten bzw. deren Management der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen sein wird.

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