Work-Life-Balance: Jeder will es, wenige haben’s – Tipps zur konkreten Umsetzung

5 Feb

Seien wir ehrlich. Sie lesen diesen Artikel nicht, weil Sie nicht wissen, wie Ihr ideales (Berufs-) Leben – die sogenannte Work-Life-Balance – auszusehen hätte. Sie lesen ihn, weil Sie wahrscheinlich die Hoffnung haben, hier den revolutionären Trick zu finden, diese Vorstellungen – natürlich ohne große Anstrengungen und Veränderungen – Wirklichkeit werden zu lassen. Die gute Nachricht: Es gibt ihn tatsächlich, den revolutionären „Trick“. Er betrifft unser Denken.

Erfolg beginnt im Kopf. Die konkrete Umsetzung ist mit etwas Aufwand verbunden – aber die Mühe wert.

Tipp 1: Work-Life-Balance ist subjektiv!

Work-Life-Balance suggeriert, dass Arbeits- und Freizeit nur in einer bestimmten Verteilung (Balance) zu sein bräuchten und schon alles gut ist. Weit gefehlt! Es gibt Menschen, die ihre Arbeit als so belastend und sinnentleert empfinden, dass noch so viel Freizeit nichts ausrichten könnte. Was würde Sie zufriedener im Job machen? Eine Veränderung in Richtung Balance kann qualitativ – in Bezug auf Arbeitsinhalte – und quantitativ – bezogen auf die Verteilung von Arbeit und Freizeit – stattfinden. Manche brauchen andere Aufgaben, andere mehr Zeit, um in Balance zu kommen.

Tipp 2: Tun Sie mehr von dem, was Sie zufrieden stellt!

Meist zeigt sich das Thema Work-Life-Balance durch das zunehmende Gefühl, als Mensch zu kurz zu kommen, nur noch zu funktionieren und immer weniger Freude im Leben oder Beruf zu haben. Das Empfinden, was gut ist, ist absolut subjektiv und individuell. In einem Interview wurde Karl Lagerfeld kürzlich gefragt, wie er mit seinem hohes Arbeitsaufkommen umgeht. Worauf er erstaunt erwiderte, dass es doch gar nicht arbeite, sondern seine Zeit damit verbringe, die Dinge zu tun, die im Spaß und Freude bereiten. Von Belastungsempfinden keine Spur – bei einer geschätzten 100 Stunden-Woche.

Tipp 3: Stoppen Sie eigene Gedanken-Terroristen!

Nach ihrem idealen (Arbeits-) Leben gefragt, haben die meisten eine ziemlich konkrete Vorstellung. Kommt man als nächstes auf die Umsetzungsschritte zu sprechen, hört man oft eine lange Liste von Aussagen wie „Das geht aber nicht, weil …“. Es sind solche „Gedanken-Terroristen“, die uns 1000 Gegengründe liefern und uns damit von der persönlichen und beruflichen Zufriedenheit entfernen. Die Gedanken-Terroristen liegen in Sätzen wie „Mein Chef wird mich feuern“, „Wenn das jeder machen würde“, „Ich kann doch meine Kollegen nicht im Stich lassen“. Wie lautet Ihr lautester Gedanken-Terrorist? Klopfen Sie seinen Inhalt mal auf den Realitätsgehalt ab. Meist hält die Aussage dem Realitätscheck nämlich nicht Stand und der Einfluss des Gedanken-Terroristen wird definitiv kleiner. Er wird Sie weniger oder gar nicht mehr am Handeln hindern.

Tipp 4: Veränderung beginnt beim ersten Schritt!

Es braucht nicht immer den großen Wurf, etwas zu bewegen. Oft reichen kleine Veränderungen, um eine deutliche Verbesserung zu empfinden. Dies war beispielsweise bei einer Kundin der Fall, die sich mehr Zufriedenheit im Job wünschte. Sie ärgerte sich u.a. über die zahlreichen Überstunden und vielen Unterbrechungen durch Kollegen über den Tag – traute sich aber nichts dagegen zu unternehmen, weil sie die Reaktionen fürchtete. Im Coaching entwickelten wir Handlungsmöglichkeiten und arbeiteten an ihren Gedanken-Terroristen. Dann schlug sie ihrem Chef einen Homeoffice-Tag vor – und bekam diesen bewilligt. Jetzt kann sie konzentrierter arbeiten und hat auch noch ihre Arbeitszeit reduziert – ohne „Imageverlust“ bei Chef oder Kollegen.

Wie könnte Ihr erster Schritt zu mehr Work-Life Balance aussehen?

 

Über die Autorin: Alexandra Reiter ist Diplom Soziologin und seit rund 10 Jahren erfolgreich als Business Coach für Manager und Führungspersonen sowie als Bewerbungsberaterin tätig.

 

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