Boom in Zahlen

8 Aug

Yourfirm (www.yourfirm.de), das Job-Portal für den Mittelstand, hat sich die Zahlen der Arbeitsagentur genauer angeschaut und in einer Studie die relevanten Arbeitsmarktdaten für die Jahre 2010 bis 2016 für die Stadt München und die umliegenden Landkreise ausgewertet.  Mit teils überraschenden Ergebnissen, die den Boom in und um München in Zahlen fassen.

Zwischen 2010 und 2016 konnten die bayerische Landes­hauptstadt und die umliegenden Landkreise (München, Ebersberg, Erding, Freising, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Bad Tölz/Wolfrats­hausen und Miesbach) insgesamt 172.463 mehr Einwohner (+ 6,2 Prozent), 212.481 mehr Beschäftigte (+ 20,8 Prozent) und sogar 239.107 mehr Arbeitsplätze (+ 20,5 Prozent) ver­buchen. Ende 2016 lebten in der Region München insgesamt 2.954.465 Menschen, von denen 1.233.403 so­zialver­sicherungs­pflich­­tig beschäftigt waren. Die Zahl der Arbeits­plätze liegt bei 1.405.408.

Das Gros der Jobs – insgesamt 821.971 – findet sich direkt in München. Nimmt man den Landkreis München dazu, steigt die Zahl der Arbeitsplätze auf über eine Million (1.039.721). Damit befinden sich drei von vier Arbeitsplätzen in der Region direkt in der Stadt und im Landkreis München.

Aber das Umland holt auf: Während in Stadt und Landkreis München die Zahl der Jobs seit 2010 um 19,5 Prozent gestiegen ist, verzeichneten die Landkreise im Westen und Nordwesten ein sattes Plus von insgesamt 42,5 Prozent mehr Arbeitsplätzen. Spitzenreiter ist der Landkreis Fürstenfeldbruck: 48.349 gemeldete Arbeits­plätze im Jahre 2016 entsprechen einer Zunahme von fast 57 Prozent gegenüber 2010. Auf Platz zwei folgt der Landkreis Erding mit einem Plus von 46,3 Prozent.

Die von Yourfirm ausgewerteten Daten zeigen auch, dass die neu geschaffenen Jobs nur zu einem Teil durch den Zuzug von Neubürgern in den Großraum München besetzt wurden. 2016 war ein deutlich größerer Teil der Bevölkerung sozialversicherungspflichtig beschäftigt als 6 Jahre vorher. Insgesamt ist die sogenannte Beschäftigungsquote im Großraum München zwischen 10 und 13 Prozent gestiegen. Die Beschäftigungsquote der Frauen ging sogar noch deutlicher nach oben. Auch älterer Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 profitieren vom Job-Boom in und um München: Hier ist 2016 die Beschäftigungsquote auf deutlich über 50 Prozent gestiegen.

Nicht alle profitieren vom Boom

Titel-Seite_Yourfirm-Studie_BoomAuch die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich zurückgegan­gen. Im Jahresdurchschnitt 2016 waren 58.911 Personen offiziell als arbeitssuchend gemeldet, 10,3 Prozent bzw. 6.743 Menschen weniger als 2010. Trotz deutlich gestiegener Bevölkerung ist auch die Arbeitslosenquote gesunken. Trotz des anhaltenden Zuzugs und einem satten Beschäftigtenplus hat sich im Großraum München die Zahl an offenen Stellen fast verdoppelt.

Die von Yourfirm ausgewerteten Daten zeigen allerdings auch, dass nicht jeder von dem Boom am Arbeits­markt profitiert: Die Zahl der Beschäftigten im sogenannten Niedriglohnsektor hat sich kaum geändert.  Auch wenn die offizielle Quote in fast allen Landkreisen gesunken ist, sind in der Summe immer mehr Menschen in Jobs tätig, von denen sie eigentlich nicht leben können. Aus dem in der Arbeitsamtsstatistik erst seit 2012 (mit Zahlen aus 2010) offiziell ausgewiesen „Anteil der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im unteren Entgeltbereich“, wie der Niedriglohnbereich offiziell heißt, hat Yourfirm reale Zahlen errechnet: Demnach waren Ende 2015 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) 178.786 Menschen in solchen Jobs tätig, 5,8 Prozent mehr als Ende 2010 (169.026).

Die Studie finden Sie hier

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