Dämpfer am Arbeitsmarkt

29 Jun

Nur eine Verschnaufpause oder ein echter Dämpfer am Arbeitsmarkt? Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juni erstmals wieder gesunken, nachdem es zuvor mehr als ein Jahr lang nur nach oben zeigte. Gegenüber dem Vormonat gab der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,3 auf 104,2 Punkte nach.

Dieser Dämpfer basiert auf der prognostizierten Entwicklung der Arbeitslosigkeit. Die entsprechende Komponente des zweiteiligen IAB-Arbeitsmarktbarometers ging im Juni um 0,6 auf 101,4 Punkte zurück, bleibt aber deutlich im positiven Bereich: „Trotz der Herausforderung, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, gehen die Arbeitsagenturen von einer weiter leicht sinkenden Arbeitslosigkeit aus“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Bereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. Den leichten Rückgang wertet er als Normalisierung einer sehr positiven Entwicklung.

Positive Beschäftigungsaussichten

Dafür spreche auch, dass die IAB-Forscher die Beschäftigungsaussichten als hervorragend bewerten: Die entsprechende Komponente des Barometers hielt sich im Juni auf dem sehr hohen Stand von 106,9 Punkten. „Die Konjunktur läuft rund, die Betriebe stellen ein und halten ihre Fachkräfte, die auf dem Arbeitsmarkt immer knapper werden“, erklärt Weber.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Die beiden Komponenten des Barometers prognostizieren zum einen die Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate, zum anderen die zu erwartende Entwicklung der Beschäftigung. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

 IAB-Arbeitsmarktbarometer

Immer noch deutlich im positiven Bereich: das IAB-Arbeitsmarktbarometer. (Grafik: IAB)

Die komplette Zeitreihe des Arbeitsplatzbarometers seit November 2008 finden Sie hier (Excel-Datei).

 

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