IT-Experten dringend gesucht

26 Jul

Jedes zweite Start-up in Deutschland konnte bereits Stellen nicht besetzen, weil keine geeigneten Kandidaten am Markt sind. Vor allem IT-Experten sind schwer zu finden. Mittelfristig könnte der Fachkräftemangel zu einem gravierenden Nachteil für die Gründerszene in Deutschland werden, warnt jetzt der Branchenverband Bitkom.

Ein Start-up zu gründen ist eine Sache, aber wenn die Geschäfte laufen und das junge Unternehmen wächst, stellt sich rasch die Frage nach geeigneten Mitarbeitern. Deutsche Start-ups stehen dabei zunehmend vor dem Problem, dass auch sie vom Fachkräftemangel betroffen sind: Mehr als jedes zweite Start-up (53 Prozent) konnte bereits mindestens einmal eine Position nicht besetzen, weil sich kein qualifizierter Bewerber gefunden hat. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Start-up-Gründern.

Vor allem IT-Jobs sind schwer zu besetzen. Rund zwei Drittel der Gründer (65 Prozent) geben an, dass es besonders schwer sei, qualifizierte IT-Experten zu finden. 17 Prozent haben Probleme, Vertriebsmitarbeiter zu finden, 10 Prozent sehen Probleme im Bereich Marketing und Kommunikation. 5 Prozent der befragten Unternehmen hatten bei der Besetzung von Management- und Geschäftsführungs-Positionen bzw. im Projektmanagement (4 Prozent) Schwierigkeiten.

Start-ups konkurrieren mit dem Mittelstand

„Wir sehen seit Jahren in der deutschen Wirtschaft einen Fachkräftemangel, vor allem mit Blick auf IT-Experten. Start-ups konkurrieren mittlerweile nicht mehr nur mit großen Konzernen, sondern auch mit mittelständischen Unternehmen aus nahezu allen Branchen“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Etablierte Unternehmen könnten gerade mit Blick auf das Gehalt häufig mehr bieten als ein junges Start-up. „Umso wichtiger ist es für Gründer, ein attraktives Paket für Bewerber zu schnüren und auch international nach Kandidaten zu suchen, um nicht in der Wachstumsphase durch Personalmangel ausgebremst zu werden.“

Da sich Start-ups noch relativ problemlos für einen Standort im Ausland entscheiden könnten, droht der Fachkräftemangel zu einem gravierenden Nachteil für den Gründerstandort Deutschland zu werden, warnt Berg. „Deshalb muss es gelingen, mehr junge Menschen für die Informatik zu gewinnen, etwa indem flächendeckend ein Schulfach Informatik eingeführt wird.“ Das sei nicht nur bildungspolitisch wichtig, sondern auch konkrete Start-up-Förderung. Zudem müsse für Fachkräfte aus dem Ausland eine Willkommenskultur entwickelt werden.

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