Negativer MINT-Rekord

18 Jul

Fachkräfte_gesuchtEgal ob Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Elektromobilität – für die Umsetzung wird technisch-naturwissenschaftliches Know-How benötigt. Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Noch nie waren in den MINT-Berufen so viele offene Stellen zu besetzen, wie eine Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt. Demnach konnten bundesweit im Juni 257.000 Arbeitsplätze in MINT-Berufen nicht besetzt werden.

Der Arbeitsmarkt in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik  (MINT) brummt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Vergleich zum Vorjahr in allen Berufsgruppen gestiegen, wie das „MINT-Meter“ des IW Köln zeigt. Deutschlandweit waren im Juni 2017 demnach 440.000 MINT-Stellen zu besetzen – ein Plus von 13,6 Prozent im Vergleich zum Juni 2016. So viele wie nie zuvor.

Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen im Vorjahresvergleich um 9,2 Prozent auf einen absoluten Tiefstand gesunken. Die Folge: Die MINT-Arbeitskräftelücke lag im Juni 2017 bei 257.000 Personen – ein neuer Rekord.

Besonders Facharbeiter werden gesucht

Am drängendsten ist die Situation in den MINT-Facharbeiterberufen. Hier lag die Arbeitskräftelücke im Juni 2017 bei 118.400 Personen. Damit hat sich der Bedarf in diesem Bereich innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt – im Juni 2015 lag diese Lücke bei „nur“ 61.200 Stellen. Aber auch viele Positionen für Akademiker aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bleiben immer länger unbesetzt.

Der von manchen Pessimisten voreilig prophezeite „Schweinezyklus“ hat sich damit als komplette Fehlprognose erwiesen. Trotz deutlich gestiegener Studentenzahlen haben MINT-Absolventen – insbesondere in den technischen Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften und Informatik – am Arbeitsmarkt beste Aussichten.

In welchen Regionen Fachkräfte im MINT-Bereich besonders fehlen, lesen Sie in unserem Blog-Beitrag vom 8. Juni.

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