Datendiebstahl durch gefälschte Job-Angebote auf Online-Portalen

4 Apr

Daten im InternetEine neue Betrugsmasche, die sich derzeit im Internet verbreitet, ist Phishing via Stellenanzeigen.  In Deutschland sind mehrere Hundert Fälle bekannt, bei denen sich Betrüger persönliche Daten von Bewerbern angeeignet haben, die Dunkelziffer wird als sehr hoch eingeschätzt. Fälle werden selten zur Anzeige gebracht, weil die Chance der Aufklärung als sehr gering angesehen wird.

Der Geschäftsführer des Deutschen Institutes für Compliance meint zudem, dass dieser aus den USA und Großbritannien stammende Trend, nun auch in Deutschland bei den Jobbörsen im Internet immer beliebter wird.

Das Vorgehen der Betrüger  

Die Betrüger stellen zunächst eine gefälschte Stellenanzeige eines bekannten Unternehmens auf eine Jobbörse. Alternativ kann auch ein Initiativangebot per E-Mail zugesandt werden. Natürlich wird darauf geachtet, dass vertrauenswürdige Symbole wie das Logo oder eine entsprechende E-Mail-Signatur vorhanden sind. Im folgenden Verlauf werden die Opfer gebeten persönliche Daten preiszugeben oder gar eine Software zu kaufen. In diesem Falle wird man aufgefordert, seine Bankverbindungen auf einer vorher präparierten Webseite preiszugeben. Die folgende Infografik von veranschaulicht dieses Vorgehen noch einmal recht gut.

gefälschte Stellenanzeigen
Bitte klicken für die vollständige Infografik (via www.betrugstest.com)

Zum einen kann nun das Konto des Opfers geplündert werden. Außerdem wird der Großteil der Daten weiterverkauft, sodass die Täter dann in doppelter Hinsicht Profit aus dem Betrug schlagen können. Zwar ist dieses Phänomen dem BKA nicht bekannt, aber das LKA in Hessen bestätigte bereits solche Fälle. Mit dieser Betrugsmasche werden aber nicht nur die Opfer geschädigt, sondern es entsteht auch ein Image-Verlust für die Unternehmen.

Die Kion-Gruppe warnt mittlerweile von gefälschten Stellenanzeigen

Die KION-Gruppe hat bereits vor einiger Zeit von solchen Anzeigen gehört, da sich Bewerber gemeldet haben und Auskünfte über Stellenanzeigen haben wollten, die es nie gab. Auch hier habe man die Opfer angewiesen, eine kostenpflichtige Software herunterzuladen. Das Unternehmen stellte deshalb auf der eigenen Homepage klar, dass diese Praxis im Bewerbungsverfahren der Firma nicht üblich sei. Laut Ruth Schorn, Chief Compliance Officer der KION Group ist keiner der Bewerber auf diesen Trick hereingefallen. Allerdings sei dies nur eine Frage der Zeit, da immer mehr solcher gefälschten Stellenanzeigen im Umlauf seien.

Warnhinweise erkennen: So schützt man sich vor den gefälschten Job-Angeboten

Um sich zuverlässig davor zu schützen, sollte man die Stellenanzeigen genau lesen und bei bestimmten Formulierungen besser die Finger davonlassen. Wenn also beispielsweise ein sehr verlockendes Jobangebot mit einem unglaublichen Jahresgehalt im Umlauf ist, empfiehlt es sich Vorsicht walten zulassen. Unter anderem werden auch nur vage Jobbeschreibungen oder Anforderungen festgesetzt. Rechtschreibung und Grammatikfehler sind für ein seriöses Unternehmen unüblich, daher sollte man auch hierauf achten. Wenn dann noch auf Instant Messenger oder Links zu Formularen zur Eingabe persönlicher Daten vorhanden sind, ist die Gefahr groß, dass es sich hier um eine falsche Anzeige handelt.

Fazit: Augen auf bei der Jobwahl

Phishing-Betrüger sind mittlerweile auch auf den Stellenbörsen unterwegs. Daher sollte man auch bei der Jobbörse mit unseriösen Angeboten rechnen. Es empfiehlt sich daher, das Unternehmen kurz über eine Suchmaschine näher zu betrachten. Die Stellenanzeige ist in der Regel bei den meisten Firmen auf der eigenen Homepage verfügbar. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man das Unternehmen kurz kontaktieren und über den Job fragen, damit man keinem Betrüger in die Falle geht.

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