Integration von Einwanderern auf dem Arbeitsmarkt: Wege und Möglichkeiten für Recruiter

16 Feb

IntegrationDer demografische Wandel stellt Arbeitgeber vor eine große Herausforderung: Besonders Facharbeiterstellen und Ausbildungsplätze in Bereichen wie dem Handwerk und der Pflege lassen sich immer schwerer mit geeignetem Personal besetzten. Gleichzeitig gibt es in Deutschland eine steigende Anzahl an Immigranten, denen es schwerfällt, Jobs zu finden. Sie sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Nachteil. Wie der „Migrations-Monitor Arbeitsmarkt“ der Bundesagentur für Arbeit von 2016 zeigt, ist die Arbeitslosenquote bei erwerbsfähigen Ausländern deutlich höher als bei erwerbsfähigen Deutschen (vgl. hierzu https://statistik.arbeitsagentur.de). Im Oktober 2016 waren zum Beispiel 5,7 Prozent der Deutschen und 14,8 Prozent der hier lebenden Ausländer arbeitslos. Dabei profitieren sowohl der Staat und die Unternehmen als auch die Flüchtlinge davon, wenn sie Arbeit finden: Sie können ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und sind nicht mehr von Sozialleistungen abhängig. Auf Unternehmensseite werden freie Stellen besetzt, wodurch die Produktivität steigt.

Mangelnde Sprachkenntnisse als große Hürde bei der Jobsuche

Ein großes Problem bei der Jobvermittlung stellen die nicht ausreichenden Deutschkenntnisse vieler Flüchtlinge dar. Dem ließe sich durch verschiedene Beschäftigungs-Modelle und Sprachprogramme entgegenwirken. Einige Ausbildungsbetriebe wie Siemens ermöglichen ihren Azubis beispielsweise den Besuch eines Intensivkurses, bei dem sie vor Ausbildungsbeginn wichtige Deutschkenntnisse vermittelt bekommen. Auch Facharbeiter würden von solchen Kursen profitieren. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Fachkräfte halbtags arbeiten und halbtags Sprachunterricht besuchen.

Anerkennung von ausländischen Qualifikationen

Die fehlende Anerkennung von Qualifikationen behindert Einwanderer ebenfalls bei der Jobsuche. Besonders eine hochqualifizierte Fachkraft wie ein Ingenieur kann nur in ihrem ursprünglichen Job arbeiten, wenn sie entsprechende Berufsqualifikation nachweisen kann. An Jobangeboten mangelt es nicht, wenn man sich auf Spezialbörsen wie hier unter yourfirm.de die Stellen in der Jobbörse mal ansieht. Immerhin machen kleine und mittelständische Unternehmen als KMUs rund 99% aller Unternehmen aus!

Dank des Anerkennungsgesetzes haben Flüchtlinge seit 2012 ein Recht darauf, dass ihre Qualifikationen geprüft werden. Im Jahr 2015 wurden allerdings laut Statistischem Bundesamt nur 16.700 der 22.400 geprüften Berufsabschlüsse komplett oder teilweise anerkannt. Fachspezifische Kurse und Lehrgänge könnten Migranten helfen, einen ergänzenden Berufsabschluss zu erwerben, der den deutschen Standards entspricht.

Ausbildung und Praktika für junge Einwanderer

Eine Ausbildung ermöglicht jüngeren, unqualifizierten Flüchtlingen den besten Einstieg ins Berufsleben. Da vielen Betrieben Azubis fehlen, bietet sich hier ein großes Potential. Die Suche nach Jobs und Ausbildungen sowie der Bewerbungsprozess stellen jedoch für bleibeberechtigte Flüchtlinge meist eine große Hürde dar. Es gibt erste Projekte und Einrichtungen, die in diesem Bereich erfolgreich arbeiten: Sie bringen Ausbildungsbetriebe, die bereit sind, ausländische Jugendliche und junge Erwachsene einzustellen, mit ebendiesen zusammen.

Dazu zählt beispielsweise die Handwerkskammer, die Flüchtlinge an interessierte Handwerksbetriebe aus dem Mittelstand vermittelt. Auch Initiativen wie „Unternehmen integrieren Flüchtlinge„, „Wir zusammen“ bieten eine Anlaufstelle für Unternehmer und Immigranten. Die Flüchtlinge absolvieren in den meisten Fällen zunächst ein Praktikum und werden bei Eignung in ein Ausbildungsverhältnis übernommen. Potential für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist vorhanden: In einer Umfrage der IHK gaben 41 Prozent der Unternehmer an, dass sie in der Beschäftigung von Flüchtlingen grundsätzlich eine Möglichkeit zur Fachkräftesicherung in ihrem Unternehmen sahen.

 

 

 

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