Nutzen Sie Ihre Stärken im Wettbewerb um Fachkräfte

22 Okt

boxhandschuheJa, Sie haben es schwer. Ihr Standort ist nun mal Posemuckel. Es fehlen Ihnen die richtigen Leute. ‚Die‘ schnappen Ihnen die großen Konzerne weg, sagen Sie. Sie könnten es ja mit Online-Recruiting versuchen? Nichts für Sie, dieser ganze Social-Media-Kram (damit findet man Sie aber im Netz genauso schnell wie den Weltkonzern). Ihre Stellenanzeigen haben Sie schon immer im regionalen Käseblatt geschaltet. Schwierig genug – was schreibt man da bloß rein? Und dann kommen eh zu wenig Bewerber. Meist zweitbeste Wahl oder zu teuer. So ist das eben mit dem Fachkräftemangel …

Dagegen können Sie nichts machen – außer umdenken.

Haben Sie ein Personalmarketing? Jemand, der Sie als Arbeitgeber gut darstellt. Oder läuft das irgendwie nebenher. ‚Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital‘, war mal ein beliebter Kalauer bei Jubiläumsbroschüren. Nichts ist heute so wahr wie dieser Spruch. Fehlen Ihnen die richtigen Mitarbeiter, machen Sie irgendwann unweigerlich dicht.

Halten Sie Ihr Personalmarketing hoch, sofern Sie hoffentlich eines haben.

Richtig, dafür gehört auch ein Budget und noch mehr Wertschätzung für die Person, die den Job macht. Doch, sorry, vielleicht sind Sie bei realistischer Selbstbetrachtung gar kein so strahlend attraktiver Arbeitgeber. Schön, man kann immer noch was machen. Am besten, ein attraktiver Arbeitgeber werden. Flexible Arbeitszeiten kommen gut. Und anständige Weiterbildungsangebote. Ein Betriebskindergarten – macht Familie und Karriere vereinbar – lässt sich auch in Kooperation mit anderen Unternehmen betreiben. Was mögen Mitarbeiter? Spannende Arbeitsinhalte und ein gutes Betriebsklima. Nach einer Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PWC) kommt das noch vor Bezahlung, Standort und Unternehmensimage.

Knüpfen Sie frühzeitig Kontakte zu potenziellen Bewerbern.

Berufsorientierungstage, studienbegleitende Praktika, Kooperation bei Abschlussarbeiten, ein persönliches Netzwerk. Dazu Recruiting-Events wie Jobmessen – da treffen Sie die jobsuchenden Fachkräfte von morgen. Erzählen Sie denen, was Ihren Betrieb sexy macht. Familiäre Strukturen vielleicht, ein persönliches Arbeitsklima, Anerkennung statt Anonymität, echte Verantwortung und klare Freiräume, flache Hierarchen statt starrer Strukturen. Besetzen Sie diese guten Begriffe nicht einfach nur. Ein glaubwürdiger Wertekanon will nicht nur verkündet, sondern gelebt sein.

Öffnen Sie Türen mit der richtigen Kommunikation.

  • Womit unterscheiden Sie sich denn von anderen guten Unternehmen? Erzählen Sie es mit einer Geschichte. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad schrieb sein Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Leben auf 80 Seiten nieder. Klar, jede Geschichte ist anders, emotional berührend sollte sie sein …
  • Was macht den Job bei Ihnen attraktiv? Firmenwagen mit Privatnutzung? Ein Work-Life-Balance-Programm? Konkrete Karriere-Steps? Ein krisensicherer Arbeitsplatz? Sind Sie so mutig – oder verrückt, was gerade deshalb Sinn machen könnte – einfach konkret zu sagen, was man bei Ihnen verdient? In Österreich, den USA und sonst wo ist das kein Geheimnis.
  • Seien Sie konkret im Profilder ausgeschriebenen Position. Beschreiben Sie Aufgaben und Qualifikation präzise. Vergessen Sie die Softskills nicht. Ein neuer Job ist ein Abenteuer. Menschen wollen wissen, was sie erwartet. Sagen Sie es einfach so (na ja, fast so) wie es wirklich ist.

Die Patentlösungen fürs Fachkräfte-Recruiting gibt’s nicht. Die Möglichkeitsstruktur eines Unternehmens mit 15 Mitarbeitern ist anders als die eines Unternehmens mit 150 Mitarbeitern. Gehen Sie Ihren eigenen Weg.

Hans Ulrich WürthHans Ulrich Würth ist Copywriter für Employer Branding und Direct Response. Klienten sind Unternehmensberatungen, Personalagenturen, Personalmarketing-Profis, Online-Jobbörsen, Werbeagenturen und mittelständische Unternehmen. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Noch keine Kommentare.

Hinterlasse eine Antwort